Mercedes-Benz B200 CDI W246
2012-2018Aktualisiert: März 2026
2012-2018 · 1.8/2.1L OM651 turbodiesel (136 hp) 4-cylinder
Die W246 B-Klasse ist der kompakte Van von Mercedes-Benz und teilt sich die MFA-Plattform mit der A-Klasse W176 und dem CLA C117. Der B200 CDI kombiniert den bewährten OM651-Turbodiesel mit einem 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe oder einem 6-Gang-Schaltgetriebe und erreicht einen Verbrauch von rund 4,5 l/100 km. Vorfacelift-Modelle (2012-2014) nutzen die 1,8L-Variante, Facelift-Modelle (2014-2018) die 2,1L-Version – beide mit 136 PS und 300 Nm.
Bewährter OM651 Diesel, sehr langlebig
Geräumiger Innenraum, hohe Sitzposition
7G-DCT Getriebe kann teuer werden
Diesel-Abgassystem wartungsintensiv
Kaufen, wenn: Sie fahren regelmäßig Langstrecke und finden ein Exemplar mit Schaltgetriebe oder einem DCT mit dokumentierten Getriebeölwechseln.
Vermeiden, wenn: Sie fahren überwiegend Kurzstrecken (DPF- und AGR-Versottung) oder das Fahrzeug hat ein 7G-DCT ohne Nachweis über Getriebeölwechsel.
Erwartete jährliche Wartungskosten
Bekannte Probleme häufigste zuerst
Kupplungspaket- und Mechatronik-Verschleiß, verschärft durch das Diesel-Drehmoment im Stadtverkehr · mehr· weniger
Das Getrag 7G-DCT (724.0) Doppelkupplungsgetriebe ist die häufigste Beschwerde bei allen W246-Dieselmodellen. Die 300 Nm Drehmoment des OM651 belasten die Trockenkupplungspakete erheblich. Symptome sind Ruckeln bei niedrigen Geschwindigkeiten, Vibrationen zwischen 20-40 km/h, Verzögerung beim Anfahren und Kupplungsrutschen bei Hitze. Probleme treten typischerweise zwischen 70.000-120.000 km auf, besonders bei überwiegendem Stadtverkehr. Über 70% der defekten Getriebe hatten in den ersten 100.000 km keinen Ölwechsel. Mercedes betrachtet das Getriebeöl als Lebensdauerfüllung, Fachleute empfehlen jedoch dringend einen Wechsel alle 60.000 km mit MB 236.21-Spezifikation. Ein Kupplungspaket-Austausch kostet ca. 900-1.400 mit Zubehörteilen, 1.500-2.000 mit Originalteilen. Mechatronik-Reparatur oder -Austausch kostet 1.200-3.000. Ein TCU-Software-Adaptionsreset (100-200) kann bei frühen Symptomen die Schaltqualität verbessern. Schaltgetriebe-Varianten sind von diesem Problem nicht betroffen.
Dieselpartikelfilter regeneriert bei kurzen Stadtfahrten nicht und verursacht Notlauf · mehr· weniger
Der DPF des OM651 benötigt volle Betriebstemperatur und etwa 2.000 U/min bei 60+ km/h zur Regeneration. Fahrzeuge, die überwiegend auf Kurzstrecken bewegt werden, sammeln Ruß über den Punkt hinaus an, an dem eine passive Regeneration möglich ist. Symptome sind DPF-Warnleuchte, reduzierte Leistung, Notlauf und erhöhter Kraftstoffverbrauch bei gescheiterten Regenerationsversuchen. Eine Zwangsregeneration in der Werkstatt kostet 100-200. Professionelle DPF-Reinigung außerhalb des Fahrzeugs kostet 300-500. Ein kompletter DPF-Austausch kostet 1.200-2.000 inklusive Katalysator-Abschnitt. Auch der Differenzdrucksensor kann ausfallen und die Regeneration verhindern (Sensoraustausch: 150-250). Regelmäßiges Autobahnfahren von mindestens 30 Minuten pro Woche reduziert das Risiko erheblich. Vor dem Kauf den Motorölstand prüfen: Liegt er deutlich über der Maximalmarkierung, wurde das Öl durch gescheiterte Regenerationen mit Diesel verdünnt.
Einreihige Kette längt sich, Spanner verliert Druck und verursacht Kaltstartrasseln · mehr· weniger
Der OM651 verwendet eine einreihige (Simplex-)Steuerkette anstelle einer haltbareren Duplexkette. Mercedes hat dies beim Nachfolger OM654 korrigiert und auf eine Duplexkette umgestellt. Die Kette sitzt an der Rückseite des Motors, was den Austausch arbeitsintensiv macht. Symptome beginnen mit einem markanten metallischen Rasseln für 1-5 Sekunden beim Kaltstart, da der Spanner über Nacht den hydraulischen Druck verliert. Dies tritt typischerweise zwischen 120.000-180.000 km bei ordnungsgemäßen Ölwechseln auf, kann aber bei vernachlässigter Wartung früher eintreten. Mercedes hat den Spanner mehrfach überarbeitet. Teile für den kompletten Kettensatz kosten 200-400, die Arbeitskosten sind jedoch erheblich, da der Motor möglicherweise teilweise angehoben werden muss. Gesamtkosten: 1.000-1.800 bei einer freien Werkstatt, 1.800-2.500 bei einer Mercedes-Vertragswerkstatt. Bei Ignorieren droht ein Kettensprung mit katastrophalem Ventilschaden. Regelmäßige Ölwechsel in 10.000-15.000 km Intervallen (statt der werksseitigen 25.000 km) verlängern die Lebensdauer der Kette deutlich.
Kohlenstoffablagerungen verstopfen den Luftstrom und verursachen unrunden Leerlauf und Leistungsverlust · mehr· weniger
Wie bei den meisten modernen Dieseln sammeln sich im OM651 über die Zeit Kohlenstoffablagerungen im AGR-Ventil und der Ansaugbrücke an. Symptome sind unrunder Leerlauf, Zögern bei Beschleunigung, schwarzer Rauch und erhöhter Kraftstoffverbrauch. Das AGR-Ventil kann offen oder geschlossen festsitzen. Die Reinigung von AGR-Ventil und Ansaugbrücke kostet 200-400 bei einem Spezialisten. Ein kompletter AGR-Ventilaustausch kostet 350-900 inklusive Teil (150-400) und Arbeitskosten. Der AGR-Kühler kann auch interne Undichtigkeiten entwickeln, die Kühlmittel in den Ansaugtrakt gelangen lassen und weißen Rauch beim Kaltstart verursachen. AGR-Kühler-Austausch kostet 400-800. Regelmäßiges Autobahnfahren und hochwertiger Dieselkraftstoff reduzieren die Ablagerungen. Empfohlenes Reinigungsintervall: alle 80.000-120.000 km.
Kühlmittel sickert am Kraftstofffiltergehäuse an der Verbindung zum Zylinderkopf · mehr· weniger
Das Kraftstofffiltergehäuse des OM651 hat Kühlmittelkanäle und ist sowohl am Zylinderkopf als auch an der Ansaugbrücke verschraubt. Unter Ladedruck bewegt sich die Ansaugbrücke und belastet die Dichtungen des Gehäuses. Dies verursacht einen langsamen Kühlmittelverlust, der schwer zu lokalisieren ist, da er oft intern statt sichtbar tropft. Symptome sind ein allmählich sinkender Kühlmittelstand ohne erkennbare äußere Undichtigkeit und manchmal ein süßlicher Geruch aus dem Motorraum. Mercedes hat ein überarbeitetes Gehäusedesign (Teil A6512003900) herausgebracht. Das Ersatzteil kostet 80-150, aber die Reparatur erfordert das Entfernen des AGR-Kühlers und den Austausch seiner Dichtung, sodass die Gesamtkosten 250-500 bei einer freien Werkstatt betragen.
Frühe Delphi-Piezo-Injektoren neigen zu unregelmäßiger Kraftstoffdosierung; spätere Magnetinjektoren sind zuverlässiger · mehr· weniger
Frühe OM651-Motoren (Produktion 2012-2013) verwendeten Delphi-Piezo-Injektoren, die sich als empfindlich gegenüber der Kraftstoffqualität erwiesen. Symptome sind unrunder Leerlauf, Fehlzündungen, erhöhter Kraftstoffverbrauch und weißer/grauer Abgasrauch. Mercedes hat eine Servicekampagne zum Austausch gegen aktualisierte Magnetinjektoren durchgeführt. Fahrzeuge ab Mitte 2013 sollten bereits umgerüstet sein. Ein einzelner aufbereiteter Injektor kostet 200-350, wobei eine Programmierung über Star-Diagnose erforderlich ist. Der Austausch aller vier Injektoren kostet 800-1.500, je nachdem ob aufbereitete oder neue Einheiten verwendet werden. Vor dem Kauf prüfen, ob die Injektor-Servicekampagne durchgeführt wurde.
Feststellbremse blockiert oder zeigt Fehlfunktions-Warnung, Aktuator-Reparatur nötig · mehr· weniger
Mehrere W246-Besitzer berichten von einer blockierenden oder fehlerhaften elektronischen Feststellbremse mit Warnmeldung im Display. Die Ursache kann ein defekter Aktuator-Motor, korrodierte Züge oder ein Software-Fehler im Steuergerät sein. In manchen Fällen hilft es, den Feststellbremsen-Schalter über 10 Sekunden gedrückt zu halten und den Motor neu zu starten. Auch das Schmieren der Feststellbremsen-Mechanik mit Kriechöl kann helfen. Wenn der Aktuator selbst ausgetauscht werden muss, liegen die Kosten bei 300-700 inklusive Teile und Arbeitskosten. Das Problem tritt häufiger bei wenig genutzten oder lange abgestellten Fahrzeugen auf.
Bewährter Dieselmotor, aber Abgassystem und Getriebe brauchen Aufmerksamkeit
Der OM651-Diesel ist einer der langlebigsten modernen Mercedes-Motoren, viele Exemplare erreichen über 250.000 km. Die Unterhaltskosten werden jedoch durch die Diesel-Abgasanlage (DPF, AGR) und das 7G-DCT-Doppelkupplungsgetriebe bestimmt, das unter dem Motordrehmoment im Stadtverkehr leidet. Schaltgetriebe-Varianten sind deutlich zuverlässiger. Vorfacelift-Modelle vor 2014 haben zusätzliche Bedenken bei frühen Piezo-Injektoren und dem Steuerkettenspanner. Facelift-Modelle ab 2014 sind generell die bessere Wahl. Die B-Klasse vermeidet das Wassereintrittsproblem, das die W176 A-Klasse plagt. Kurze Ölwechselintervalle (10.000-15.000 km statt der werksseitigen 25.000 km) und Getriebeölwechsel alle 60.000 km sind die wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen.
Checkliste für die Kaufinspektion
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Serviceheft
Lückenlose Mercedes-Vertragswerkstatt- oder Fachwerkstatt-Einträge unerlässlich. Ölwechsel in korrekten Intervallen mit MB 229.51-Spezifikation prüfen.
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Reifen
Profiltiefe, Alter (DOT-Nummer auf der Flanke) und ungleichmäßige Abnutzungsmuster prüfen. Standardgröße ist 205/55R16.
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Kaltstart
Motor unbedingt komplett kalt starten. Auf metallisches Rasseln (Steuerkette) achten und übermäßigen weißen oder blauen Rauch (Injektoren/AGR-Kühler) beobachten.
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Probefahrt
Mindestens 20 Minuten inklusive Stadt- und Autobahnfahrt. Auf Getriebeverhalten, Ladedruckaufbau und Warnleuchten achten.
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Kaltstartrasseln und Abgasrauch
Motor komplett kalt starten. Ein metallisches Rasseln von mehr als 2-3 Sekunden deutet auf Steuerkettenspanner-Verschleiß hin. Weißer Rauch nach dem Warmfahren deutet auf AGR-Kühler-Undichtigkeit oder Injektorprobleme hin.
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7G-DCT Getriebe im Verkehr testen
Bei Automatik: mindestens 10 Minuten im Stop-and-Go fahren. Auf Ruckeln beim Anfahren, Vibrationen bei 20-40 km/h oder Warnmeldungen achten. Fragen, wann das Getriebeöl zuletzt gewechselt wurde.
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Kühlmittelstand und Zustand prüfen
Niedriger Kühlmittelstand ohne sichtbare äußere Undichtigkeit deutet auf Kraftstofffiltergehäuse- oder AGR-Kühler-Leck hin. Ausgleichsbehälter prüfen und auf häufiges Nachfüllen achten.
Tipp: Nutzen Sie einen Bluetooth-OBD2-Scanner, um bei der Besichtigung Fehlercodes auszulesen.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Dichtring am Steuerkettenspanner undicht - Ölaustritt und Brandgefahr (2014 OM651-Dieselmodelle)
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Antriebswellen-Sicherungsringe können brechen (Produktion September 2012 - Juni 2013)
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Bremskraftverstärker-Unterdruckschlauch defekt - Verlust der Bremskraftunterstützung (Februar 2012 - Juni 2013)
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Lenksäulen-Erdung - unbeabsichtigte Airbag-Auslösung durch statische Aufladung (März 2012 - September 2017)
Critical - verify completed
Anlasserstrombegrenzer-Überhitzung - Brandgefahr (Januar 2015 - Januar 2017)
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KBA-Diesel-Emissionssoftware-Update (Euro 5 OM651-Modelle, Produktion vor August 2014)
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Takata-Airbag-Gasgenerator (Produktion 2012-2017)
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Beifahrersitz-Sitzbelegungserkennung defekt (April 2016 - Februar 2018)
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Kontaktieren Sie eine Mercedes-Benz-Vertragswerkstatt mit der FIN, um die Durchführung aller Rückrufe zu bestätigen. Der Lenksäulen-Erdungs-Rückruf ist besonders wichtig, da er zu unbeabsichtigter Airbag-Auslösung führen kann. Der Takata-Airbag-Rückruf und das Diesel-Emissionssoftware-Update betreffen ebenfalls einen breiten Produktionszeitraum.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre)
Bei allen W246-Modellen abgelaufen
Durchrostungsgarantie (30 Jahre)
Kann bei neueren W246 noch gelten
Garantieverlängerung
Über Mercedes-Werkstätten und Drittanbieter verfügbar
Alle W246 B200 CDI Modelle sind außerhalb der ursprünglichen 2-Jahres-Herstellergarantie von Mercedes-Benz. Garantieverlängerungen sind über Mercedes-Vertragswerkstätten und unabhängige Anbieter erhältlich. Die 30-jährige Durchrostungsgarantie kann je nach Erstzulassungsdatum noch gelten.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.