Renault Clio 1.2 TCe Mk4
2013-2019Aktualisiert: März 2026
2013-2019 · 1.2 TCe H5F (115-120 hp) 4-cylinder turbocharged petrol
Der Clio IV mit dem 1.2 TCe ist die sportlichere Benzinvariante in der Mk4-Baureihe und bietet 120 PS aus einem direkteinspritzenden Vierzylinderturbo. Zwar ist er kultivierter und schneller als der 0,9 TCe Dreizylinder, doch der H5F-Motor hat einen gut dokumentierten Konstruktionsfehler, der zu überhöhtem Ölverbrauch führte und in Sammelklagen mündete. Fahrzeuge nach dem Facelift von 2016 sind in der Regel weniger betroffen, aber dieser Motor erfordert vor dem Kauf eine sorgfältige Inspektion.
Kräftige 120 PS aus einem kleinen Motor
Guter Kraftstoffverbrauch in gutem Zustand
Bekannter Konstruktionsfehler beim Ölverbrauch
Steuerkette verschleißt vorzeitig
Kaufen, wenn: Sie ein Exemplar nach 2016 mit lückenlosem Serviceheft, dokumentierten Ölverbrauchskontrollen und Schaltgetriebe finden.
Vermeiden, wenn: Sie den Ölverbrauch nicht nachvollziehen können oder das Fahrzeug ein unvollständiges Serviceheft hat, besonders bei Modellen vor 2016.
Erwartete jährliche Wartungskosten
Bekannte Probleme häufigste zuerst
Zu weite Kolbenringtoleranz lässt Öl in den Brennraum gelangen, Verbrauch von 1 Liter pro 1.000 km möglich · mehr· weniger
Der H5F-Motor hat einen dokumentierten Konstruktionsfehler, den Renault anerkannt hat und der Gegenstand von Sammelklagen ist, die rund 400.000 Fahrzeuge europaweit betreffen (Produktion 2012-2016). Die Toleranzen zwischen Kolben, Ringen und Zylindern sind zu weit, sodass Öl in den Brennraum gelangen kann. Verbrauchswerte von mehr als 1 Liter pro 1.000 km werden gemeldet. Das Verbrennen von Öl erzeugt abnormal hohe Abgastemperaturen, die im Laufe der Zeit die Auslassventile und den Turbolader schädigen. Frühe Anzeichen sind blauer Abgasrauch und stetig sinkender Ölstand zwischen den Wartungen. Wird das Problem früh erkannt, kann häufiges Ölstandskontrollieren (alle 500 km) und kurze Ölwechselintervalle das Problem beherrschbar halten. In schweren Fällen sind jedoch eine Motorüberholung (3.000-5.500 €) oder ein vollständiger Motoraustausch (4.500-6.000 €) erforderlich. Nach 2016 produzierte Fahrzeuge scheinen weniger betroffen zu sein, was auf überarbeitete Toleranzen hindeutet, wurde jedoch offiziell nicht bestätigt.
Kette dehnt sich bereits ab 80.000-100.000 km, verstopfte Ölspritzdüse beschleunigt den Verschleiß · mehr· weniger
Obwohl als lebensdauerschmiertes Bauteil vermarktet, zeigt die H5F-Steuerkette bereits bei 80.000-100.000 km vorzeitige Längung. Ein entscheidendes, aber oft übersehenes Bauteil ist die Ölspritzdüse zur Kettenschmierung, die durch Rußkontamination sehr leicht verstopft. Ist sie blockiert, verschleißt die Kette rasch. Symptome sind metallisches Rasseln beim Kaltstart, Motorkontrollleuchten mit Fehlercode P0011/P0016 auf falsche Ventilsteuerung sowie unruhiger Leerlauf. Ersetzt werden muss der komplette Steuerkettensatz einschließlich Kurbel- und Nockenwellenräder, nicht nur die Kette selbst. Teilekosten für einen Qualitätssatz betragen 150-300 €, die Arbeitszeit liegt bei 6-8 Stunden. Gesamtkosten in einer freien Werkstatt: 800-1.500 €, bei einer Renault-Vertragswerkstatt 1.200-2.500 €. Überspringt die Kette, kommt es zur Kollision zwischen Kolben und Ventilen, die einen Totalschaden des Motors verursacht.
Sinkender Ölstand mindert Schmierung, Turbodichtringe verschleißen und Lager laufen trocken · mehr· weniger
Der Turbolader ist ein sekundäres Opfer des Ölverbrauchsproblems. Sinkt der Ölstand zwischen den Wartungen, erhalten die Turbolager nicht mehr ausreichend Schmierung, was zu vorzeitigem Verschleiß führt. Symptome sind Pfeifgeräusche, Ladeverlust, blauer oder weißer Abgasrauch (zu unterscheiden vom Öl aus dem Brennraum) und schließlich Leistungsverlust mit Notlauf. Ein aufbereiteter Turbolader kostet 400-800 €, zuzüglich 300-500 € Arbeitskosten für 3-4 Stunden Einbau. Ein vollständiger OEM-Tausch in der Vertragswerkstatt kostet 1.500-2.500 €. Regelmäßiges Nachfüllen des Ölstands ist die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme. Fahrzeuge, die hauptsächlich auf der Autobahn bei konstanter Geschwindigkeit gefahren werden, sind weniger gefährdet als solche, die überwiegend Kurzstrecken im Stadtverkehr absolvieren.
TCU-Ausfälle, Kupplungspaketenverschleiß und ruckartige Schaltungen bei niedrigen Geschwindigkeiten beim Doppelkupplungsgetriebe · mehr· weniger
Der 1.2 TCe 120 wurde häufig mit dem EDC 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert. Häufige Probleme sind die Warnung ‚Automatikgetriebe prüfen', ruckartige Schaltungen bei niedrigen Geschwindigkeiten, Verzögerung oder Ruckeln beim Wechsel von Fahrstufe D nach R sowie der Ausfall einzelner Gänge. Software-Updates für das TCU (Getriebesteuergerät) können einige Probleme beheben. Andernfalls kostet ein TCU-Austausch 800-1.200 €, ein Kupplungssatzwechsel 1.200-2.500 €. Im schlimmsten Fall kann ein vollständiger EDC-Austausch bis zu 3.500 € kosten. Regelmäßige Getriebeölwechsel alle 60.000 km helfen, Probleme vorzubeugen. Fahrzeuge mit Schaltgetriebe sind deutlich zuverlässiger. Beim Gebrauchtkauf ist die Schaltgetriebeversion klar zu bevorzugen.
MediaNav bleibt nach dem Ausschalten aktiv, Ruhestrom entlädt Batterie, verschiedene Sensorausfälle · mehr· weniger
Der Clio IV neigt zu verschiedenen Elektrikproblemen, von denen viele plattformbedingt sind. Das MediaNav-Infotainmentsystem bleibt manchmal nach dem Abschalten des Zündschlosses aktiv und entlädt die Batterie innerhalb weniger Tage. Weitere häufige Probleme sind defekte Fensterheber, unregelmäßige Zentralverriegelung, ABS-Sensorausfälle durch korrodierte Sensorgehäuse sowie zufällig aufleuchtende Warnleuchten im Armaturenbrett. Die Diagnose ist oft zeitaufwendig, da die Probleme intermittierend auftreten. Einfache Reparaturen wie Batterietausch oder Software-Updates kosten 100-200 €. Komplexere BSI-Steuergeräteausfälle oder Wegfahrsperrprobleme können bis zu 400-500 € kosten. Frühe Fahrzeuge (2013-2015) sind häufiger betroffen als die Modelle nach dem Facelift 2016.
Korrodierte Verkabelung oder defekter Sensor führen zu Motorkontrollleuchte und unrundem Lauf · mehr· weniger
Der Nockenwellenpositionssensor und sein Kabelbaum sind beim H5F-Motor anfällig für Hitzeschäden und Korrosion. Fällt der Sensor aus oder liefert er ein unstabiles Signal, kann das Motorsteuergerät Einspritzung und Zündung nicht korrekt steuern, was zu unrundem Lauf, Zündaussetzern und möglichem Abwürgen führt. Typische Diagnosecodes sind P0340 und P0365. Der Sensor selbst kostet 30-60 €, ist aber der Kabelbaum beschädigt, wird die Reparatur aufwendiger. Kosten in einer freien Werkstatt: 150-300 €, bei der Vertragswerkstatt 250-400 €. Dieses Problem tritt häufig zusammen mit Steuerkettenproblemen auf, da Metallspäne einer verschlissenen Kette den Sensor kontaminieren.
Scheibe klemmt, fällt in die Tür oder erzeugt beim Betrieb Schleifgeräusche · mehr· weniger
Elektrische Fensterheber sind eine bekannte Schwachstelle über alle Clio-Generationen hinweg und auch beim Mk4 vorhanden. Der Mechanismus entwickelt übermäßiges Spiel, was zu Klappern, Schleifen oder dem Absinken der Scheibe in die Tür führt. Teilekosten je nach Qualität 50-100 €. Die Arbeit umfasst das Abnehmen der Türverkleidung und dauert 1-2 Stunden. Gesamtkosten in einer Werkstatt typischerweise 150-250 €. Der Mechanismus ist in der Regel nicht reparierbar und muss vollständig ersetzt werden. Sowohl vordere als auch hintere Scheiben können betroffen sein, wobei die Fahrerseite aufgrund der häufigeren Nutzung am häufigsten ausfällt.
Bekannter Motorkonzeptionsfehler erfordert sorgfältige Kaufinspektion
Der 1.2 TCe H5F-Motor hat einen dokumentierten Konstruktionsfehler beim Ölverbrauch, der in Frankreich zu Sammelklagen geführt hat. Nicht jedes Fahrzeug ist schwerwiegend betroffen, doch das Risiko teurer Motorarbeiten (Steuerkette, Turbolader oder Motorüberholung) ist real. Fahrzeuge mit Produktionsdatum nach 2016 scheinen weniger anfällig für die gravierendsten Ölverbrauchsprobleme zu sein. Prüfen Sie vor dem Kauf stets den Ölstand und die Verbrauchshistorie. Fahrzeuge mit Schaltgetriebe sind deutlich zuverlässiger als EDC-Automatik-Versionen. Bei konsequenter Überwachung und kurzen Ölwechselintervallen erreichen viele H5F-Motoren 150.000 km und mehr, aber dieser Motor verlangt mehr Aufmerksamkeit als vergleichbare Konkurrenzmodelle.
Checkliste für die Kaufinspektion
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Serviceheft
Lückenlose Aufzeichnungen einer Renault-Vertragswerkstatt oder Fachwerkstatt sind unerlässlich. Ölwechselintervalle von maximal 12 Monaten oder 15.000 km prüfen.
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Reifen
Profiltiefe, Alter (DOT-Code) und ungleichmäßigen Verschleiß prüfen. Gängige Größen sind 195/55R16 oder 205/45R17.
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Kaltstart
Motor unbedingt vollständig kalt starten. In den ersten 30 Sekunden auf Steuerketten-Rasseln achten.
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Probefahrt
Mindestens 20 Minuten mit wechselnden Geschwindigkeiten. Auf Motorkontrollleuchten und Abgasrauch achten.
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Ölstand und Verbrauchshistorie prüfen
Der Ölstand muss sich zwischen den Markierungen am Messstab befinden. Beim Vorbesitzer nach dem Verbrauch fragen. Jedes Fahrzeug, das mehr als 0,5 Liter pro 1.000 km verbraucht, weist den Konstruktionsfehler auf und droht mit steigenden Reparaturkosten. Auf blauen Abgasrauch beim Beschleunigen achten.
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Steuerketten-Rasseln beim Kaltstart
Motor vollständig kalt starten und in den ersten 60 Sekunden aufmerksam zuhören. Metallisches Rasseln, das nach wenigen Sekunden nachlässt, deutet auf verschlissene Steuerketten-Spanner hin. Budget einplanen: 800-2.500 €, falls vorhanden.
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Abgasrauch unter Last prüfen
Jemanden das Fahrzeug verfolgen lassen, während Sie aus niedrigen Geschwindigkeiten kräftig beschleunigen. Blauer Abgasrauch weist auf Ölverbrennung im Brennraum hin und ist das wichtigste Erkennungsmerkmal des H5F-Konstruktionsfehlers.
Tipp: Nutzen Sie einen Bluetooth-OBD2-Scanner, um bei der Besichtigung Fehlercodes auszulesen.
Rückrufe und technische Servicehinweise
Batterie/Lichtmaschine Kontakt-Brandgefahr (2012-2019, H5F-Motoren vor Juli 2019)
Critical - verify completed
Vordere Bremsschlauchscheuerstelle (Produktion 2012-2014)
Verify completed
Hinterer Bremsschlauch / Radbremszylinder (Produktion 2013-2014)
Verify completed
Ablösung des Heckspoilers bei hoher Geschwindigkeit
Verify completed
Überdrehte Fahrwerksschrauben
Verify completed
Takata-Airbag-Gasgeneratortausch
Verify completed
Kontaktieren Sie Renault mit der Fahrzeugidentifikationsnummer, um den Abschluss aller Rückrufe zu bestätigen. Der Rückruf wegen Brandgefahr durch Batterie/Lichtmaschine ist besonders wichtig und betrifft alle Clio IV-Modelle von 2012 bis 2019 mit Benzinmotoren.
Garantiestatus
Herstellergarantie (2 Jahre)
Für alle Clio IV-Modelle abgelaufen
Durchrostungsgarantie
12 Jahre (Dokumentation prüfen)
Garantieverlängerung
Über Renault-Vertragswerkstätten erhältlich
Alle Clio IV-Modelle (2013-2019) liegen außerhalb ihrer ursprünglichen 2-jährigen Renault-Herstellergarantie. Garantieverlängerungen sind über Renault-Vertragswerkstätten erhältlich, schließen aber möglicherweise Vorschäden aus. Angesichts des bekannten H5F-Ölverbrauchsproblems sollten Sie vor dem Kauf prüfen, ob eine Garantieverlängerung motorbezogene Reparaturen abdecken würde.
Dieser Bericht dient nur zu Informationszwecken und stellt keine professionelle Beratung dar. Schätzungen können ungenau sein. Lassen Sie das Fahrzeug vor dem Kauf immer von einem qualifizierten Fachmann inspizieren. Wir übernehmen keine Haftung für Entscheidungen, die auf Grundlage dieser Informationen getroffen werden. Diese Seite enthält Affiliate-Links — wir erhalten ggf. eine kleine Provision, ohne Mehrkosten für Sie.